Teil: II

Protokolle

1896 - 1897

Tangermünde, den 8. Januar 1896

Zu der auf heute einberufenen Vorstands-, Ausschuß- und Komiteemitliederversammlung erschienen 10 Mitglieder.

Beschlußfassung über die Feier der 25-jährigen Wiederkehr der Kaiserproklamation in Versailles:

  1. Es wird einstimmig beschlossen, an dem Konzert das am 18. Januar d. J. stattfinden soll in Uniform teilzunehmen.
  2. Beratung über die Feier am Kaisergeburtstage. Es wird beschlossen an dem Kirchgang teilzunehmen mit eigener Musik (eine weitere Feier soll demnächst stattfinden).
  3. Festlegung einer Tagesordnung für die nächste Generalversammlung.
  1. Rechnungslegung
  2. Wahl des ersten Vorsitzenden
  3. Wahl der statutenmäßig ausscheidenden Ausschußmitglieder.
  4. Wahl der ausscheidenden Komiteemitglieder.
  5. Bleiverkauf.
  6. Vergebung des Vogels und der Flatterscheiben.
  7. Verlosung der Aktien.

Ferner wird beschlossen dem Vorstand aufzugeben die zum Vogelschießen benötigten Flattern in Höhe Stück 20 zu beschaffen, außerdem wird zur Instandsetzung der Scheiben dem Kamerad Steinbeck 4,50 Mark bewilligt, schließlich soll eine neue Vogelstange beschafft werden.

 

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Tangermünde, den 20. Januar 1896

Zu der auf heute einberufenen Generalversammlung erschienen 33 Mitglieder.

  1. Bericht der Kassenrevisoren.
    Der Bericht über die Revision der Rechnung der Schützenkasse für das Jahr 1895 wurde vorgetragen. Die Rechnung ist von den Revisoren Herrn Stolle und Stech geprüft und es hat sich dagegen nichts zu erinnern vorgefunden, es wurde daher dem Rendanten über die Rechnungslegung 1895 Decharge zu erteilen.
  2. Ferner wird der Etat für das Jahr 1896 vorgetragen und genehmigt.
  3. Bei der hiernach erfolgenden Auslosung der für das Jahr 1896 einzulösenden Aktien, wurden folgende Aktien gezogen.
    8, 17, 29, 36, 37, 38, 39, 40, 44, 48, 54, 52, 60, 63, 7, 83, 86, 96, 107, 111, 122, 124, 126, 129, 132, 133, 135, 137, 141, 146, 148, 151.
  4. Wahl des ersten Vorsitzenden.
    Auf Antrag des Herrn Mendau wird die Wahl durch Akklamation vollzogen und einstimmig die Wiederwahl angenommen.
  5. Wahl der statutenmäßig ausscheidenden Ausschußmitglieder.
    Die Wahl wird ebenfalls durch Akklamation vollzogen und die Kameraden Hunger, Schütze und Eichelgrün wiedergewählt. Auf Befragen erklären die Kameraden die Neuwahl auf ferner 3 Jahre anzunehmen.
  6. Wahl der statutenmäßig ausscheidenden Komiteemitglieder.
    Die Wahl durch Stimmzettel vollzogen, ergab folgendes Resultat. Es erhielten die meisten Stimmen: W. Dölle – 36, Schütze – 22, Riepekohl – 18. Auf Befragen nahmen die Kameraden die Wahl an.
  7. Wahl einer Kommission zur Durchberatung einer neuen Einführung der Reihenfolge beim Vogelschießen oder Einführung eines anderen Losmodus.
    Es wird vorgeschlagen eine Kommission von 15 Mitgliedern zur Beratung zu wählen. Es werden folgende Kameraden gewählt: Die Kameraden Stech, Bergemann, Franke, Röder, Welle, Tesiel, Hunger, Harting, W. Schulz, Jagdpichter, Lütke, Junge, Tenbaner, Stolle, Dölle.
    Der Vorstand soll die erste Einladung übernehmen.
  8. Vergebung des Vogels und der Flattern zum Vogelschießen.
    Der Mindestforderwert für den Vogel bleibt Kamerad Stech zum Preise von 15 Mark.
    Die Reparatur der Flattern wird dem Kameraden W. Dölle zum Preise von 10 Mark übergeben.
  9. Bleiverkauf.

  10. Das vorrätige Blei kauft Kamerad W. Welle zum Preis von 40 Pf.

 

Tangermünde, den 10. April 1896

Zu der auf heute einberufenen Vorstands- und Ausschußmitgliederversammlung erschienen 8 Mitglieder.
Die Versammlung wurde um 8 ¾ Uhr durch den Vorsitzenden eröffnet.

Tagesordnung:

  1. Erledigung zweier Aufnahmegesuche.
    Zur Aufnahme meldete sich der Schutzmann W. Schulz und der Musikdirektor Klans. Die Aufnahme durch Ballotement vollzogen, ergab Aufnahme der beiden Gemeldeten.
  2. Erledigung eines Schreibens des Gastwirts Dähre um Überlassung eines Platzes zum Vogelschießen.
    Es wird beschlossen diesen Punkt einstweilen von der Tagesordnung abzusetzen.
  3. Festsetzung der Tagesordnung zur Generalversammlung.
    Es soll zur Tagesordnung der nächsten Generalversammlung folgende Punkte zur Beratung gelangen.
    Beschlußfassung über Abhaltung des Königs- und Vogelschießens, sowie über Veranstaltung des Preisschießens.
  4. Die elektrische Klingel zu reparieren.
    Es wird beschlossen dem Kameraden Steinbeck aufzugeben die elektrische mit den vorhandene Material vorläufig zu reparieren.
  5. Der Kamerad Riepekohl wird beauftragt die Verschließung der Fensterläden und Türen an der Schießhalle zu reparieren.
    Hierzu wird dem Kamerad Riepekohl eine Entschädigung bis zu 10 Mark bewilligt.

    Zu Punkt 3:
    Wird noch hierzu gesetzt: Vorlage zur Beschlußfassung der gewählten Kommission zur Verlosung beim Vogelschießen.

 

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Tangermünde, den 21. April 1896

Zu der auf heute einberufenen Generalversammlung erschienen 26 Mitglieder.

Tagesordnung:

  1. Beschlußfassung über Abhaltung des Königsschießens, Vogelschießen und etwaigen Preis- und Saisonschießens.
    Es wird beschlossen das Königsschießen in wie bisheriger Weise zu feiern. Das Festessen soll am Tage des Könisschießens und zwar Abends abgehalten werden. Das Konzert wird mit 2,25 Mark bezahlt und zwar zahlt das Vereinsmitglied für 2 Konzerts 1,50 Mark nach, so daß die Vereinskasse für je 2 Konzerts 3 Mark zuzahlen hat.
    Am Nachmittage des Königsschießens soll das Konzert mit Prämienschießen stattfinden. Das Saisonschießen soll in diesem Jahr wegen baulicher Verhinderung nicht abgehalten werden, dagegen sollen die hiermit in Wegfall gekommenen 20 Mark zur Prämie beim Königsschießen und noch weitere 20 Mark zum Prämienschießen nachdem Vogelschießen zugenommen werden.
  2. Vorlage der gewählten Kommission über die Einrichtung der Verlosung beim Vogelschießen.
    Folgende Vorschläge wurden den Mitgliedern zur Beschlußfassung vorgelegt.
    1. Es wurde beschlossen nicht mehr als 3 Lose zum Preise von 1,50 Mark auszugeben und zwar das erste gekaufte Los nachdem in die Losurne geworfenen Namen der Schützen, der Name heraus gezogen, danach die Nummer in eine Kiste notiert. Die Nummern der ersten Serie sollen je nach Zeichnung der beteiligten Schützen festgestellt werden. Nachdem ersten Namenszug folgt der zweite, dann der dritte.
    2. Um den lästigen Aufruf einzustellen wird beschlossen Tafeln mit Nummern anzubringen und zwar von 1 – 9 und demnach die jeweiligen Schlußnummern anzuhängen. Diejenigen Schützenmitglieder, welche durch Aufbauen der Zelte den Schützenplatz benutzen müssen mindestens ein Los nehmen. Zu Punkt 1 des Protokoll ist noch hinzuzufügen, daß das diesjährige Vogelschießen am 5., 6. und 12. Juli stattfinden soll.

 

Tangermünde, den 21. April 1896

Nach Schluß der Generalversammlung wird eine Ausschußversammlung von 9 Mitgliedern abgehalten.
Erledigung eines eingegangenen Aufnahmegesuches.
Zur Aufnahme meldete sich der Gastwirt H. Rehse. Die Aufnahme durch Ballotement vollzogen, ergab Aufnahme des Gemeldeten.

 

Tangermünde, den 22. Mai 1896

Zu der auf heute einberufenen Vorstands- und Ausschußsitzung erschienen 8 Mitglieder.

  1. Besprechung über die Eingabe des Karusselllbesitzers Kreleben. Dem Kreleben wird die Genehmigung zum Aufbau seines Karussells beim Vogelschießen erteilt.
  2. Besprechung über die Eingabe Gastwirts Rehse. Hier dem Gastwirt Rehse wird die Genehmigung zum Aufbau seines Schankzeltes für das diesjährige Vogelschießen nicht erteilt. Da es an Platz fehlt.
  3. Die zu dem diesjährigen Königsschießen bewilligten 35 Mark Prämiengeld sollen in der Weise verteilt werden, daß davon 15 Prämien zu zahlen sind und daß die höchste Prämie auf 5 Mark und die niedrigste auf 1 Mark festgesetzt wird. Hiernach wird vom Kamerad Rudolph ein Wertteilungsplan aufgestellt werden.

 

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Tangermünde, den 19. August 1896

Zu der auf heute einberufenen Generalversammlung erschienen 8 Mitglieder.

Tagesordnung:

  1. Erledigung eines Aufnahmegesuches.
    Dieser Punkt wird vorläufig von der Tagesordnung bis auf eine nächste Versammlung abgesetzt.
  2. Besprechung und Beschlußfassung über Anschaffung der Sedanmedaille. Es wird beschlossen eine Sedanmedaille in runder Form mit folgender Inschrift anzuschaffen "Dem besten Schützen zur Erinnerung am Sedangedenktage 1895 vom Schützenverein Tangermünde". Der Kamerad Hodum übernimmt die Medaille in diesem Sinn zu bestellen und zum folgenden Preise von 5 Mark zu kaufen.
  3. Besprechung über dem im Oktober stattfindenden Ball und Verkauf der alten Scheibe.
    Hierzu wird ein Komitee bestehend aus 3 Herrn gewählt und zwar Schütze, Eichelgrün, Riepekohl, welche das Arrangement für den im Oktober stattfindenden Ball übernehmen.
    Dem Vorsteher Mendau wird der Verkauf der alten Scheibe übertragen.

    Zu Punkt 2 wird das Ausschießen der Sedanmedaille auf Sonntag, den 6. September, festgesetzt.

    Dem Kamerad Riepekohl werden 3 Mark Reisegeld nach Seehausen zur Besichtigung des Scheibenstandes bewilligt.

 

Tangermünde, den 15. Januar 1897

Zu der auf heute durch Umlaufschreiben vom 13. Januar einberufenen Generalversammlung erschienen 30 Mitglieder.
Die Versammlung um ½ 9 Uhr vom Vorsitzenden Herrn Mendau eröffnet, erfolgte Erledigung der Tagesordnung.

  1. Bericht der Kassenrevisoren.
    Die Kassenrevisoren Kamerad Stolle und Stech haben Monita nicht gezogen und wird hierauf dem Kassierer Rudolph Decharge erteilt.
  2. Die diesjährige Rechnung schließt ab mit einer Einnahme von 1870,20 Mark, mit einer Ausgabe von 1363,55 Mark, mithin bleibt ein Bestand von 506,65 Mark.
  3. Wahl der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Mendau und Rudolph.
    Auf Antrag erfolgt die Wahl durch Akklamation, beide werden einstimmig auf die fernere Periode von 3 Jahren wiedergewählt. Auf Befragen nehmen die Gewählten die Wahl an.
  4. Wahl der statutenmäßig ausscheidenden Ausschußmitglieder Kamerad Lütke, Junge und Röder.
    Die Wahl durch Stimmzettel vollzogen, ergab:
    Kamerad Röder mit 18 Stimmen, Lütke mit 13 Stimmen, W. Dölle und Stech erhielten je 12 Stimmen.
    Laut Vereinsstatut das Los, das Los fiel auf Kamerad Stech. Auf Befragen nahmen die genannten Kameraden die Wahl an. Wahl der ausscheidenden Komiteemitglieder Riepekohl und Schütze. Die Wahl durch Stimmzettel vollzogen, ergab folgendes Resultat. Riepekohl 14, Franz Schützen 19 Stimmen, beide Kameraden nahmen die Wahl an.
  5. Wahl der Kassenrevisoren.
    Auf Antrag werden die Kameraden Förmer und Franke durch Akklamation gewählt und nehmen die Wahl an.
    Wahl der Oberjäger.
    Auf Vorschlag des Hauptmanns Hodum werden die Kameraden Riepekohl, Stech und Curdts als Oberjäger gewählt. Genannte nahmen die Wahl an. Hierauf macht der Hauptmann die Neugewählten mit den Funktionen bekannt.
  6. Feier des Geburtstages der Majestät des Kaisers zur Besprechung:
    Die Feier soll auf Beschluß wie in den Vorjahren durch Kirchgang gehalten werden.
  7. Feier der Wiederkehr des 100-jährigen Geburtstages der Majestät Wilhelm I (22. März) zur Besprechung:
    Auf Antrag soll am 22. März eine Feier durch ein Schießen gefeiert werden. Der Beschluß über die Abhaltung dieses Schießens wird vorläufig abgesetzt und die Vorstands-, Ausschuß- und Komiteemitglieder beauftragt ein Programm aufzuarbeiten und demnächst der ein zu berufenen Generalversammlung vorzulegen.
  8. Besprechung über Abhaltung des Königsschießen und Saisonschießens.
    Es wird beschlossen das Königsschießen wie bisher zu feiern, ebenso soll das Königsmahl am 3. Pfingstfeiertag stattfinden. Es wird beschlossen das Saisonschießen wieder einzuführen und nach den früheren Bestimmungen abzuhalten.
  9. Besprechung über das Verhalten der Tambour.
    Die bisherigen Tambour Kamerad Feek und Priesmeier übernehmen das Trommeln zum Preise von 12 Mark. Huhr und Mane sind Tambour.
  10. Anschaffung von Scheiben.
    Vorstehender Punkt wird von der Tagesordnung abgesetzt und bis zur nächsten Generalversammlung aufgeschoben.
  11. Anfertigung des Vogels und Flattern.
    Die Anfertigung des Vogels wird dem Mindestfordernden vergeben. Als Mindestfordernder bleibt Kamerad Tenbaner zum Preise von 14, 50 Mark. Die Reparatur der Flattern übernimmt Kamerad Steinbeck zum Preise von 7 Mark.
  12. Ausruf der restlichen Anteilscheine.
    Als Rest der Schuld sind folgende Anteilscheine zurückzuzahlen:
    2, 16, 32, 35, 42, 57, 51, 62, 66, 68, 69, 70, 74, 78, 80, 85, 91, 95, 104, 115, 116, 123, 125, 128, 131, 135, 145, 147, 149, 154, 156, 157.
  13. Bleiverkauf.
    Der Vorrat von 3 kg Blei ersteht Kamerad Hodum zu Preise von 35 Pf.

 

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Tangermünde, den 2. Februar 1897

Zu der auf heute durch Umlaufschreiben einberufenen Generalversammlung erschienen 20 Mitglieder.

Die Versammlung durch den Vorsitzenden Herrn Bürgermeister Ulrichs eröffnet, ergab folgendes Resultat.
Tagesordnung:

Festsetzung des Programms zum Schießen an den Feiertagen des 100-jährigen Geburtstages weilend der Majestät Kaisers Wilhelm I.
Die Versammlung beschließt einstimmig zum Andenken an die Feier des 100-järigen Geburtstages der Majestät des Kaisers Wilhelm I eine Erinnerungsmedaille zu stiften und am 22. März d. J. ein Preisschießen zu veranstalten, bei welchen dem besten Schützen die Erinnerungsmedaille zufallen soll.
Der beste Schütze hat die Erinnerungsmedaille zutragen, solange er Mitglied des Schützenvereins ist. Bei seinem Ausscheiden fällt die Erinnerungsmedaille an den Schützenverein zurück. Es wird alsdann wiederum ein Preisschießen veranstaltet, bei welchem die Medaille dem besten Schützen wieder verliehen wird und von demselben solange zutragen ist, als er Mitglied des Schützenvereins ist. Bei dem Ausscheiden des zweiten Inhabers der Medaille ist dieselbe wiederum an den Verein zurück zugeben und es wird alsdann eine Wiederverleihung derselben in gleicher Weise erfolgen wie in den vorhergegangenen Fällen.
Der Ankaufpreis der Medaille wird in Höhe von 10 – 15 Mark aus der Schützenkasse bewilligt.

Am 21. März d. J. veranstaltet der Schützenverein einen Marsch vom Schützenhaus nach der Kirche.
Am 22. März findet vor dem Preisschießen ein Festzug durch die Stadt, zu welchem dem Schützenkönig, Vogelkönig und Kronprinz abgeholt werden. Nach dem Preisschießen wird der Inhaber der Erinnerungsmedaille durch Festzuge nach Hause geführt. Außer der Erinnerungsmedaille erhält der Inhaber derselben eine Prämie von 5 Mark aus der Schützenkasse, wofür er die Verpflichtung übernimmt zum Andenken an die Feier eine Scheibe zu stiften, womit der Saal im Schützenhause geschmückt wird.
Außerdem werden bei dem Preisschießen am 22. März d. J. folgende Prämien aus der Schützenkasse gezahlt.

  1. Preis – 4 Mark
  2. Preis – 3 Mark
  3. Preis – 2,50 Mark
  4. Preis – 2 Mark
  5. Preis – 1,50 Mark
  6. Preis – 1 Mark
  7. Preis – 1 Mark       zusammen 15 Mark.

Vergebung der Pappscheiben.
Es wird beschlossen dem Malermeister Stech die Herstellung von 5 Dutzend Pappscheiben mit 20 Ringen zum Preise von 0,35 Mark pro Stück zu übertragen.

Auf nebenstehendes Protokoll bezugnehmend, verpflichte ich mich hiermit den heute als 1. Preis erschossenen Orden nach den nebenstehenden Bedingungen beim Ausscheiden, sei es durch Ausschluß, freiwillig oder durch Sterbefall unbedingt aber an den Schützenverein zurück zugeben.

    Tangermünde, den 22. März 1897

    gez.    Ernst Lütke.

 

 

Tangermünde, den 15. Februar 1897

Zur der auf heute einberufenen Vorstands-, Ausschuß- und Komiteemitglieder erschienen 12 Kameraden.

  1. Besprechung über zwei eingegangene Schreiben.
    Ein eingegangenes Schreiben der Frau Dähre wird der Versammlung zur Kenntnis genommen. Die Frau Dähre wünscht den bisher von ihrem Ehemann I. Dähre innegehabten Platz ihres Zeltes beim Vogelschießen weiter zu behalten. Auf Antrag wird in dieser Sache geheime Abstimmung beantragt. Das Resultat der Abstimmung ergab, das Frau Dähre nur für das diesjährige Vogelschießen übernehmen soll. Das Standgeld will Frau Dähre als Nichtmitglied mit dem wie bisherigen da geltenden Betrag entrichten.
  2. Besprechung und Festsetzung des Programms zur 100-jährigen Geburtstagsfeier, weil der Majestät des Kaisers Wilhelm I.
    Laut Antrag des Hauptmanns Hodum soll ein Schießen an den Tagen der Geburtstagsfeier abgehalten werden. Hierzu wird folgendes beschlossen. Das Schießen soll in den Tagen des 21. – 23. März abgehalten werden, aber jedenfalls den wahrscheinlich stattfindenden Feierlichkeiten angepaßt werden.
    Eine 20-ringige Pappscheibe ist anzuschaffen. Beim Schießen soll die Mehrzahl der Ringe entscheiden. Dem besten Schützen soll ein Abzeichen in Form eines Sternes zum Preise von 10 bis 15 Mark beschafft und überreicht werden. Der beschaffte Stern soll Eigentum des Vereins bleiben.

 

 

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Tangermünde, den 17. Mai 1897

Zu der auf heute durch Umlaufschreiben einberufenen Generalversammlung erschienen 24 Mitglieder.
Die Versammlung durch den Vorsitzenden Herrn Mendau eröffnet, ergab folgendes Resultat.

Tagesordnung:

  1. Besprechung und Beschlußfassung über die Geldmittel zum Festessen.
    Die Versammlung beschließt zu diesem Festessen Geld aus der Sparkasse zu entnehmen in der benötigten Höhe.
  2. Festsetzung der Prämien zum Königsschießen.
    Einstimmig wurde angenommen dieselben wie alljährlich zu belassen.
  3. Festsetzung der Tage des diesjährigen Vogelschießens.
    Hierzu wurden die Tage des 11., 12. und 18 Juli festgesetzt.
  4. Punkt 5 wurde zu Punkt 4 verhandelt, derselbe lautet, Wahl eines Ausschußmitgliedes.
    Die durch Stimmzettel vorgenommene Wahl ergab:
    als Ausschußmitglied wurde mit 7 von 24 Stimmen Kamerad Junge mit einfacher Stimmenmehrheit gewählt. Diese Wahl ist eine Ersatzwahl für Kamerad Eichelgrün.
  5. Vergebung der Aufrichtung der Schießwand.
    Die Aufrichtung der Schießwand übernimmt Kamerad Riepekohl um Preise von 18 Mark.
    Es wird ferner beschlossen das Saisonschießen alle 14 Tage abzuhalten.

Nach Schluß der Versammlung treten die Vorstands- und Ausschußmitglieder zur Aufnahme des gemeldeten Schmiedemeister Thielbeer abzustimmen.
Die statutenmäßig vorgenommene Abstimmung ergab die Aufnahme des Gemeldeten.

Dem Karussellbesitzer Wiebeck wird die Genehmigung zum Aufbau seines Karussells erteilt.

 

Tangermünde, den 25. Juni 1897

Zu der auf heute einberufenen Versammlung der Vorstands-, Ausschuß- und Komiteemitglieder erschienen 10 Mitglieder.

  1. Erledigung eines Aufnahmegesuches.
    Zur Aufnahme meldete sich der Bauunternehmer Pfaffroth. Die Aufnahme durch Ballotement vollzogen, ergab Aufnahme des Gemeldeten.
  2. Vorlage zweier eingegangener Briefe.
    Wegen Erlangen eines Platzes richtete Herr Heinz Spötter zwei Schreiben an den Vorstand des Vereins. Durch den Vorstand ist Spötter vorläufig abgewiesen. Die Versammlung beschließt, falls es möglich sei dem Herrn Spötter einen Platz zu überlassen, die Bestimmung desselben wird dem Vorstand, dem Komitee und der Platzkommission überlassen.
  3. Zur Beschaffung des Feuerwerks werden 30 Mark aus der Vereinskasse bewilligt.

 

Tangermünde, den 28. Juli 1897

Zu der auf heute einberufenen Vorstands-, Ausschuß- und Komiteeversammlung erschienen 10 Mitglieder.

  1. Erledigung eines Aufnahmegesuches.
    Zur Aufnahme meldete sich der Gastwirt G. Gaede. Die Abstimmung durch Ballotement vollzogen, ergab Aufnahme des Gemeldeten.
  2. Festsetzung der Prämien und Holzteile beim Vogelschießen.
    Die Einnahme durch Losverkauf beträgt 211,50 Mark, abzüglich der Anfertigung des Vogels 14,50 Mark, bleiben 197,00 Mark.
    Hiervon fallen auf Prämien laut Verteilungsaufstellung 117,20 Mark für Prämien und 77,55 Mark für Holz, zusammen 194,75 Mark, bleibt für die Kasse als Überschuß 2,25 Mark.
  3. Wahl eines Komitee zum Kinderfeste.
    Zum Komitee werden die Kameraden Hubert, Hodum, Dölle, Stech, Riepekohl, Hunger, Lütke, Schütze gewählt.
    Zur Abhaltung werden 50 Mark bewilligt.
  4. Ausschluß eines Mitgliedes.
    Der Ausschluß handelt sich um den Kameraden Priesmeier wegen ordnungswidrigen Betragen gegen den Vorstand. Die Abstimmung durch Kugeln vollzogen, ergab die Ausschließung des Priesmeier.
  5. Auf schriftlichen Antrag wird dem Kameraden Steinbeck gestattet 3 Stangen in der Schießhalle zu lagern.

 

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Tangermünde, den 18. August 1897

Zu der auf heute stattfindenden Versammlung des Vorstandes und Ausschusses erschienen 7 Mitglieder.

Der erste Satz der Tagesordnung wurde zurück gesetzt und der 2. betreffend der Aufnahme eines Mitgliedes zu recht erledigt. Der Herr Rufsahn Delitz wurde aufgenommen.
Betreffend eines Schreibens des Kamerad Lütke, sowie derselbe unter 11. d. M. an den Vorstand die Anzeige machte, daß der Kamerad Steinbeck seinen Lehrling nah unseres Schießstand mit dem Auftrage sandte, dort Blei zu suchen und es in seinem Geschäft vor verwertet hat.
Es wurde beschlossen, da die Versammlung zu schlecht besucht war, eine neue Versammlung einzuberufen, um es der Generalversammlung vorzulegen.

 

Tangermünde, den 5. Oktober 1897

Zu der auf heute einberufenen Versammlung der Vorstands- und Ausschußmitglieder erschienen 7 Mitglieder.

  1. Punkt der Tagesordnung.
    Beschlußfassung über die Abhaltung des Oktoberballes.
    Zu diesem Punkt wurde der Musikdirektor Klans mit eingeladen um sich über die Gestellung der Musik zu äußern. Herr Klans schlug als passend den 18. Oktober vor, welcher von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Herr Klans wird aufgefordert zu diesem Vergnügen Konzert und einige komische Aufführungen abzuhalten.
  2. Beschlußfassung über das Saisonschießen, Verteilung der Prämien.
    Es wird beschlossen die festgesetzten 20 Mark in folgende Preise zu verteilen.
    1. Preis 2,50 Mark
    2. Preis 2,50 Mark
    3. Preis 2,00 Mark
    4. Preis 2,00 Mark
    5. Preis 2,00 Mark
    6. Preis 1,50 Mark
    7. Preis 1,50 Mark
    8. Preis 1,00 Mark
    9. Preis 1,00 Mark
    10. Preis 1,00 Mark
    11. Preis 1,00 Mark
    12. Preis 0,50 Mark
    13. Preis 0,50 Mark
    14. Preis 0,50 Mark
    15. Preis 0,50 Mark         zusammen 20 Mark.

Für diese Geldprämien sollen Gegenstände durch eine Kommission angekauft werden. Zu dieser Kommission werden die Kameraden Riepekohl, Stech und Schütze gewählt, auf Befragen nahmen die Kameraden die Wahl an.

 

Tangermünde, den 15. November 1897

Zu der auf heue einberufenen Vorstands- und Ausschußversammlung erschienen 9 Mitglieder.

Tagesordnung:
Zur Aufnahme meldete sich der Gastwirt Herms.
Die Aufnahme durch Ballotement vollzogen, ergab Aufnahme des Gemeldeten.

Ein eingegangenes Schreiben der Wirtin Dähre. Gesuch um einen Platz beim Vogelschießen wird der Versammlung zurück gewiesen.

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