Teil: II

1890 - 1891

Tangermünde, den 6. Januar 1890

In der auf heute abgehaltenen Vorstands- und Ausschußsitzung, wozu 7 Mitglieder erschienen, ist der Gastwirt H. Zimmermann mit 6 gegen 1 Stimme als Mitglied aufgenommen.

v.g.u.g.
Spangenberg            W. Hubert            Aug. Dölle
W. Brandt            Mendau           Aug. Walter            Seemann

Verhandelt Tangermünde, den 20. Januar 1890

In der auf heute Abend 8 Uhr durch Zirkular einberufenen Generalversammlung des Schützenvereins wozu 39 Mitglieder erschienen, kamen folgende Gegenstände zur Erledigung. 

  1. Rechnungslegung

    Die Einnahmen betragen insgesamt 73,07 Mark, Saldo Vortrag 1888 Mark 1080,12
    Die Ausgaben beziffern sich auf 996,77 Mark
    bleibt Kassenbestand 83,25 Mark.
    Dazu kamen laut Buch im Vorschuß 600 Mark. Somit besteht das Vermögen aus 683,25 Mark
    Es wird dem Rendanten Decharge erteilt.

  2. Es wurde beschlossen, ein Vereinsball abzuhalten und bleibt es dem Vorstand überlassen den Tag näher zu bestimmen.
  3. Die beiden Mitglieder Lutzack, Wartzack bekommen die gezahlte Straferate
    und soll fernerhin das Rauchen in den Schießbuden gänzlich untersagt werden.
  4. Wurde für den ausscheidenden Vorsteher Kamerad Spangenberg jun. und ist derselbe mit 30 gegen 8 Stimmen als Vorsteher wiedergewählt.
    Für den ausscheidenden Rendanten Klinkmüller ist derselbe einstimmig wiedergewählt.
    Für die ausscheidenden Komiteemitglieder Kamerad Riepekohl, Müller wurde Riepekohl und M. Eichelgrün gewählt.
    Die Kameraden haben amtlich die Wahl angenommen.
  5. Wurde zum Verkauf des gesammelten Bleis geschritten und dasselbe dem Kamerad Wille für 1,30 Mark zugeschlagen
    Ferner wurde ein Fernrohr zum Verkauf ausgeboten und dem Kamerad Fabisch für 3,00 Mark zugeschlagen.
    Darauf kam eine eiserne Flatterscheibe wofür Kamerad Wille 0,40 Mark und eine zweite, welche dem Kamerad Otto Steinbeck für 0,50 Mark zugeschlagen wurde.
  6. Der Antrag von 21 Mitgliedern zur Abänderung der Statuten kann nicht zur weiteren Verhandlung kommen, da nicht die Hälfte der Mitglieder anwesend sind, es bleibt der Antrag deshalb bis zur Generalversammlung im Januar 1891 zur Verhandlung offen.

v.g.u.g.
Ulrichs          Spangeberg            Hubert
Seemann             Schütze              Dölle
Knöfelt           Schulz            Bergemann
Moritz           Klinkmüller            Steinbeck
Henning

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Tangermünde, den 1. Februar 1890

In der heutigen durch Zirkular einberufenen Vorstands- und Ausschußsitzung lagen Anmeldungen von Herr Langnese und Ernst vor, dieselben wurden einstimmig aufgenommen.

v.g.u.g.
Ulrichs           Spangenberg           Hubert
Seemann           Schütze           Dölle
Knöfelt           Schulz           Bergemann
Moritz           Klinkmüller           Steinbeck
          Henning

Tangermünde, den 6. Mai 1890

In der durch Zirkular auf heute einberufenen Generalversammlung, zu welcher 36 Mitglieder erschienen, kamen zur Vorlage: Beratung über das dies Jahr abzuhaltende Königsschießen.

Es wurde beschlossen, das Schützenfest am 27. Mai zu feiern, die Schützen versammeln sich früh 9 Uhr im Schützenhause zum Parademarsch durch die Stadt. Nach Rückkehr findet das Frühstück im Schützenhaus statt, hierauf beginnt das Königsschießen, welches um 2 Uhr geschlossen wird, nach dem folgt ein Gewinnschießen bis 4 Uhr, von 4 bis 6 Uhr folgt Konzert im Garten, um 6 Uhr Proklamation des Königs und Kronprinzen, nach dem Einmarsch und Ablieferung der Fahne um 7 1/2 Uhr findet Abends Konzert statt, an welchem auch Damen teilnehmen können, der Preis pro Konzert beträgt 2 Mark, sobald die Mitglieder mit einer Dame erscheinen, vergütet die Kasse 3 Mark und muß das Mitglied mithin Eine Mark zulegen, für einzelne Mitglieder vergütet die Kasse nur 2 Mark.
Es werden beim Königsschießen zugleich 18 Mark für Prämien aus der Kasse vergütet nach dem Konzert findet Ball statt.
Ferner wurde beschlossen das Vogelschießen am 6., 7. und 13. Juli stattfinden zulassen, und wurde beim Aufgebot dem Kameraden Prisnecker die Lieferung des Vogels für 12 Mark übertragen.
Ferner wurde durch Stimmenmehrheit beschlossen das Segel zum Schützenzelt zu vergrößern und hat der Vorstand mit Ausschluß und Komitee die Ausführungen zu besorgen.
Das Ausbessern der Flatterscheiben sind Kamerad Priesemeier und Prisenecker für 20 Mark übertragen.
Zum Feuerwerk sind 25 Mark aus der Kasse bewilligt und schließlich sind 18 Mark für Prämien beim Vogelschießen bewilligt.

v.g.u.g.
Spangenberg Klinkmüller

Verhandelt, Tangermünde, den 29. Oktober 1890

Zu der auf heute Abend 8 1/2 Uhr einberufenen Vorstands- und Ausschußsitzung, zu welcher 9 Mitglieder erschienen, wurde folgendes verhandelt.

Zufolge einer Einladung eines Generals zusammen getretenden Festkomitees betreffs Feier des 90. Geburtstages Seiner Exelenz des General Feldmarschalls Grafen Moltke woran sich die Schützengesellschaft beteiligt, sind die durch die verschiedenen Festlichkeiten entstandenen Kosten unter den verschiedenen Vetinen verteilt, und das Anteil der Kosten beläuft sich für den hiesigen Schützenverein auf 10 Mark, Schreiben Zehn Reichsmark, vorstehende 10 Mark sind vom Vorstand und Ausschuß einstimmig bewilligt, und ist die Schützenkasse angewiesen, vorstehende Zehn Mark an das Festkomitee gegen Quittung zuzahlen. Zu Händen des Herrn Eichelgrün.
Zu Rechnungsrevisoren sind Kamerad Steinbeck sen. und Bergemann gewählt.

v.g.u.g.
Ulrichs           Hubert           Eichelgrün
Schütze           Walter            Mendau
Brandt            Klinkmüller            Seemann
Spangenberg

Verhandelt, Tangermünde, den 2. Februar 1891

In der durch Zirkular auf heute einberufenen Generalversammlung des Schützenvereins, zu welcher 44 Mitglieder erschienen wurde nachfolgendes verhandelt.

  1. Rechnungslegung für das Rechnungsjahr vom 1. Jan. bis 31. Dez. 1890
    Die Jahreseinnahme beträgt 1246,20 Mark die Ausgabe 1164,38 Mark. Bleibt Kassenbestand 81,82 Mark.
    Die Rechnungen sind in allen geprüft und für richtig befunden.
    Außer der vorstehenden 81,82 Mark sind im Vorschuß 617,20 Mark laut Buch mithin besteht das gesamte Vereinsvermögen in 699,02 Mark. Es wurde dem Rendanten Decharge erteilt.
  2. An Stelle des ausscheidenden Vorstehers Herrn Ulrichs ist der Herr Bürgermeister Ulrichs mit 39 Stimmen wiedergewählt.
  3. wurde zur Offizierswahl geschritten
    es wurde Herr Dühl mit 40 Stimmen, Klinkmüller mit 36, Hubert mit 29 zu Offizieren wiedergewählt.
  4. Für die ausscheidenden Komiteemitglieder Gericke und Steinbeck sind Steinbeck und Schütze zu Komiteemitgliedern gewählt.
  5. Abänderung des Statuten ist gefallen und soll bei Aufnahme außer dem Vorstand und Komitee auch der Kommandeur stimmberechtigt sein.
  6. Zu Punkt 6 der Tagesordnung ist beschlossen sämtliche Partigen grün und weiß anzuschaffen.
  7. Ist beschlossen in der nächsten Zeit einen Ball aus Vereinsmitteln abzuhalten und bleibt dem Vorstand das weitere überlassen.
  8. Betreffs eines Mitgliedes mit 7 Beiträge Rückstand ist beschlossen. Den Herrn Stark als Mitglied sofort an beizugehabt.
  9. Für circa 5 kg Blei ist von Kameraden Bergemann 1,40 Mark bezahlt.

v.g.u.g.
Hubert          Spangenberg             Dölle
Wienecke        Hubert

Tangermünde, den 20. April 1891

In der durch Zirkular auf heute Abend 8 1/2 Uhr einberufenen Generalversammlung, zu welcher 30 Mitglieder erscheinen, kam zur Vorlage:

Beratung über das abzuhaltende Königsschießen, dasselbe findet am 19. Mai d. J. statt. Die Schützen versammeln sich früh 9 Uhr im Schützenhaus zum Parademarsch durch die Stadt, nach der Rückkehr findet Frühstück im Schützenhause statt, hierauf beginnt das Königsschießen, welche um 2 Uhr geschlossen wird, nachdem folgt ein Gewinnschießen bis 4 Uhr, von 4-6 Uhr folgt Gartenkonzert, um 6 Uhr Proklamation des Königs und Kronprinzen, nach dem Einmarsch und Ablieferung der Fahne.

Tangermünde, den 21. Mai 1891

Zu der auf heute Abend anberaumten Sitzung des Vorstandes, des Ausschusses und des Komitees des hiesigen Schützenvereins hatten sich die unten verzeichneten Mitglieder in Beschlußfähiger Anzahl eingefunden.
Nach eingehender Beratung wurde beschlossen:
Der Generalversammlung des Schützenvereins folgenden Antrag zu unterbreiten.

  • Die Generalversammlung wolle beschließen, auf den hiesigen Schützenplatze in den Tannen an Stelle des bisherigen Zeltes eine Bude von 16 m. Länge, 8 m. Tiefe und 3 m. Höhe unter Pappdach von Fachwerk zu erbauen, die Wände 1 m. hoch aus mauern zu lassen und über dem Mauerwerk mit Brettbekleidung bzw. mit verschiebbaren Luken zu versehen. Das Fundament muß 25 cm über die Erde haben. Die Kosten des Gebäudes sind unter zu genannten Bedingungen der beiliegenden Zeichnungen zu veranschlagen.
  • Es wird sämtlichen dem Verein angehörigen Bauhandwerkern anheim gestellt, binnen 8 Tagen von der Mitteilung dieses Beschlusses an gewartet einen Anschlag von den Kosten des Neubaus der Bude anzufertigen und an den Vorstand des Schützenvereins einzureichen. Dieser Anschlag wird als Preisofferte angesehen.
  • Gebühren werden dafür nicht gezahlt. Vor Mitteilung dieses Beschlusses wird die anliegende Zeichnung vervollständigt werden.
  • Es wird in Aussicht genommen, die Vereinsmitglieder einzuladen, zu den Baukosten freiwillige Beiträge zu zeichnen.
  • Somit die Baukosten durch freiwillige Beiträge und durch den vorhandenen Kostenbestand nicht gedeckt werden können, wird der Restbetrag durch Ausgabe von unverzinslichen Aktien a 5 Mark zu decken sein, welche innerhalb eines Zeitraumes von 5 Jahren zutilgen sind.
  • Von der solcher Gestalt aufgenommenen Schuld wird alljährlich einfünftel zurückgezahlt und die Reihenfolge der einzulösenden Aktien durch das Los bestimmt.
  • Zur Beschlußfassung über diesen Antrag ist die Generalversammlung auf den 2. Juni d. J. zu berufen.

    v.g.u.g.

    Ulrichs, Dühl, Steinbeck, Dölle, Schütze, Rudolph, Walter, Wienecke, Eichelgrün, Riepekohl, Seemann, Hubert, Hermann.

     

    Tangermünde, den 2. Juni 1891

    In der auf heute anberaumten außerordentlichen Generalversammlung, welche durch Zirkular vom 27. Mai durch den Kommandeur angezeigt, zu welcher 46 Mitglieder erschienen wurde folgendes beschlossen:
    Die Erbauung einer Schießbude auf dem Schützenplatz in den Tannen nach dem Beschlusse des Vorstandes, des Ausschußes und der Komiteemitglieder in der Versammlung vom 21. Mai d. J. in Aussicht zunehme, und zu fordern die Mitglieder des Schützenvereins zur Aktienzeichnung einzuladen. Sollten die Baumittel durch Aktienzeichnung beschafft werden können, so soll zur weiteren Beratung über den Bau einer Schützenbude eine neue Generalversammlung berufen werden.

    v.g.u.g.

    Ulrichs Hubert Dühl Riepekohl Klinkmüller

     

    Tangermünde, den 9. Juni 1891

    In der auf heute anberaumten außerordentlichen Generalversammlung, zu welcher 56 Mitglieder erschienen, wurde folgendes verhandelt.

    Zu der jedoch wurde eine Vorstands-, Ausschuß und Komiteemitgliedersitzung abgehalten, in welcher der Herr Heinrich als Mitglied einstimmig aufgenommen wurde, dann wurde dem Karussellbesitzer Einleben das Aufstellen seines Karussells auf dem Schützenplatze in den Tannen für 25 Mark bewilligt.
    Hierauf wurde zur Beratung über die zu erbauende Schießbude eingetreten. Zu diesem Beschluß war mittels Zirkular unter Angabe des Gegenstandes der Beratung die Generalversammlung zusammen berufen, es waren 56 Mitglieder erschienen.
    Der Zimmermeister Uchtenhagen hat in der Generalversammlung ein Model von einer zu erbauenden Schießbude 16 m lang, 8 m tief und 3 m hoch von Steinfachwerk mit Pappdach zur Ansicht vorgelegt und die Erklärung gegeben, daß er bereit sei, auch nach diesem Model für den Schützenverein auf dem Schützenplatze in den Tannen den Bau eines Hauses für eine Vergütung von Eintausend - Zweihundert Mark zur Ausführung zubringen.
    Nach eingehender Beratung wurde von der Generalversammlung einstimmt gesagt:

    1. Der Schützenverein beschließt auf den hiesigen Schützenplatz in den Tannen ein Schützenhaus von Fachwerk unter Pappdach nach dem von dem Zimmermeister Uchtenhagen vorgelegten Model zubauen, vorbehaltlich der Genehmigung der Stadt ihrer Behörden.
    2. Das Anerbieten des Zimmermeister Uchtenhagen wird angenommen und demselben eine Schießbude für den Preis von Eintausend- Zweihundert Mark übertragen.
    3. Soweit die Baukosten aus dem vorhandenen Kassenbestand gedeckt werden können, werden dieselben durch Aufnahme eines Amortisationsdarlehns aufgebracht. Zu diesem Darlehen können die Mitglieder der Schützengilde Beiträge nicht unter Fünf Mark zahlen. Die eingezahlten Darlehnbeträge werden im Laufe eines Zeitraumes von 5 Jahren allmählich aus der Schützenkasse zurückgezahlt.

    Die Rückzahlung wird in Teilbeträgen von je 5 Mark vorgenommen. Die Reihenfolge der zurückzuzahlenden Teilbeträge wird alljährlich durch Los bestimmt. Die Auslosung soll im Monat Januar jedes Jahres stattfinden. Die Zahlung der für das Rechnungsjahr ausgelosten Teilbeträge erfolgt unmittelbar nach der Auslosung und spätestens am 1. Februar.
    Das aufzunehmende Amortisationsdarlehn wird nicht verzinst. Aber für die eingezahlten Darlehensbeträge wird dem Überbringer ein Schuldschein ausgestellt, welcher gegen Rückzahlung wieder einzuliefern ist.
    Auf das aufzunehmende zinslose Darlehn leistet die Schützengilde Garantie mit ihrem Vermögen.
    Die Tilgung des Amortisationsdarlehns erfolgt vom 1. Januar 1892 ab, dergestalt das der erste im Monat Januar 1893 auszulosenden Teilbeträge spätestens am 1. Februar 1893 zu berichtigen sind.

     

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    Tangermünde, den 23. Juni 1891

    In der heutigen Vorstands- und Ausschußsitzung lagen 5 Anmeldungen vor, von Herrn Eggert (Schelldorf), Schütze, Michaelis, Lehmann, Curdts.
    Von diesen sind Herr Eggert, Schütze, Michaelis und Curdts aufgenommen.
    Herr Lehmann ist nicht aufgenommen.
    Nachträglich meldete sich Herr Gottfried Schröder, welcher ebenfalls einstimmig aufgenommen wurde.

     

    Tangermünde, den 23. Juni 1891

    In der auf heute anberaumten durch Zirkular bekannt gemachten außerordentlichen Generalversammlung, zu welcher 50 Mitglieder erschienen, welche sämtlich namentlich aufgeführt sind, wurde folgendes beraten.

    1. Die Generalversammlung beschließt, daß der Schützenverein den Bau einer Schießhalle auf dem Schützenplatz in der Stadtforst auf seine Kosten unter folgenden Bedingungen zur Ausführung bringt.
      1. Die Schießhalle darf ohne Genehmigung des hiesigen Magistrats weder verkauft noch abgebrannt werden.
      2. Die Schießhalle wird bei der Stadt Feuer versichert. Die Beiträge werden aus der Kasse des Schützenvereins bezahlt. Desgleichen bezahlt die Schützenkasse die Kosten der Abschätzung der Versicherung des Gebäudes.
      3. Bei der Auflösung des Schützenvereins geht das Eigentum ohne weiteres und ohne Entschädigung an die Stadt über, dergestalt, daß die hiesige Stadt gleich nach der Auflösung des Schützenvereins berechtigt ist, über die Schießhalle wie über übliches Eigentum uneingeschränkt zu verfügen.
    2. Die Herrn Spangenberg und Hubert werden ermächtigt in der Angelegenheit Schießhalle mit dem Magistrat die näheren Vereinbarungen zu treffen.
    3. Die Zeichnung von Darlehnen zum Verkauf von Baukonten für die Schießhalle soll bis zum 15. Juli d.J. noch zulässig sein, der Vorstand wird ermächtigt die Darlehensbeiträge einzufordern, die Zahlung zur Kasse leisten zulassen und über die eingezahlten Beiträge unter Angabe der Rückzahlungsbedingungen Schuldscheine auszuteilen.
    4. Das alte Segel von der Schießbude wurde zum meistbietenden Verkauf aus geboten, das höchste Gebot auf das alte Segel im Betrage von 24,50 Mark wurde von dem Mühlenbesitzer Spangenberg abgegeben, dem genannten Bieter wurde der Zuschlag erteilt.
    5. Die Versammlung erklärt sich einverstanden, daß das Schützenfest am 12. Juli beginnt.

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    Tangermünde, den 3. Juli 1891


    In der heutigen Vorstands- und Ausschußsitzung wozu 10 Mitglieder erschienen wurde neu angemeldete, zur Aufnahme Herr Thiekhapteln und Herr Stockfisch. Beide wurde mit 8 Stimmen als Mitglied aufgenommen.
    Ferner wurde beschlossen, das beim Sichten der Schießhalle für die Bauhandwerker bestellte 4 Körbe Altbier und ½ Tonne Lagerbier aus der Kasse des Schützenvereins zu bezahlen.
    Schließlich wurde in Betreff der Standgelder der Beschluß gefaßt, das Standgeld für hiesige Budenbesitzer pro laufende Route mit 2,50 Mark zu nehmen für Tische 1 Mark andere weite Budenpreise doppelt.
    Es wird zur Sprache gebracht, das vor etwa 14 Tagen auf dem Schützenplatz in den Tannen 15 qm Rassen abgestochen und 2 Löhnrische Tannen ausgegraben und entwendet sind, es wird beschlossen eine Bekanntmachung wegen Ermittlung des Täters durch den Tangermünde Anzeiger zu erlassen und demjenigen, welcher den Täter so anzeigt, daß derselbe gerichtlich bestraft werden kann, eine Belohnung von 10 Mark zuzusichern.

    Verhandelt, Tangermünde, den 18. Juli 1891

    In der auf heute anberaumten außerordentlichen Generalversammlung des Schützenvereins, zu welcher etwa 60 Mitglieder erschienen waren, wurde folgendes verhandelt. Von dem Vorsitzenden wurde zur Sprache gebracht, daß am 13. d. M. in dem Zelt des Schützenwirtes unvorsichtig mit einem geladenem Gewehr umgegangen sei, in dem das Gewehr abgeschossen und durch den Schuß ein Mitglied der Schützengilde dergestalt verletzt sei, daß der Verletzte seinen Tod gefunden habe. Durch diesen Unglücksfall sei der Schützenverein in Trauer versetzt, der Vorsitzende erachtet es als angemessen, daß der Schützenverein die Trauer auch dadurch bekunde möge, das Morgen die Feier des Schützenfestes dahin eingeschränkt werde, daß ein Schießen nicht stattfindet. Der Vorsitzende beantragt hierüber zur Abstimmung zu schreiten.
    Bei der hierauf folgenden Abstimmung wird dieser Auftrag mit überwiegender Majorität abgelehnt.>
    Für den Antrag stimmten nur 3 Mitglieder.

    Tangermünde, den 31. Juli 1891

    In der heutigen Vorstands-, Ausschuß- und Komiteesitzung kam folgendes zur Verhandlung.

    1. Die aufgestellte Berechnung der Auszahlung Vogelprämien und des geschossenen Holzes ist angenommen und soll zur Auszahlung gelangen.
    2. Die Einziehung der gezeichneten Verlöhne zum Verkauf der Bausteine der Schießhalle auf dem Schützenplatz soll jetzt erfolgen. Die Schuldscheine müssen ausgefüllt und von den Herrn Vorsteher unterzeichnet gegen Zahlung ausgegeben werden.
    3. Der Verkauf des Zeltplanes bleibt bis zur Generalversammlung, kommt dabei auf die Tagesordnung.
    4. Die Mauer der Scheiben im Schützengraben soll beseitigt werden.
    5. Den Budenbesitzern wird es gestattet ihre Budenhölzer gegen entsprechende Miete in der Schießhalle zu lagern. Die Miete ist auf 6 Mark festgesetzt.
    6. Herrn Schröder wird aufgegeben für Benutzung des Platzes zu Vergnügungen bis zum 1. Oktober 3 Mark in die Kasse des Schützenvereins zu entrichten.
    7. Zu Rechnungsrevisoren sind Kamerad Rudolph und Pieper gewählt.

     

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