"Schützengilde Tangermünde  von 1702 e.V."

 

 

CHRONIK

(Teil: III)

 

neu begründet: September 1990

Nachtrag

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Aus einer Bauakte von 1919 bis 1941 bei der Stadtverwaltung Tangermünde und den Überlieferungen des Ehrenmitgliedes der heutigen Schützengilde Max Querfurth wurde nachstehender Nachtrag zusammengestellt. Er soll dazu beitragen, die entstandene Lücke in der Geschichte der Schützengilde zu schließen.

Durch den Verkauf des Waldschlösschens ist der seit 1902 von der Schützengilde Tangermünde benutzte Schießstand in andere Hände übergegangen. Um die seit mehr als 200 Jahre bestehende Gilde lebensfähig zu erhalten, war die damalige Gilde gezwungen, einen der Neuzeit entsprechenden Schießstand zu bauen. Aus diesem Grund wurde im Mai 1919, nach dem 1. Weltkrieg 1914 – 1918, durch den Vorstand, bestehend aus den Gildemitgliedern Rudolph, Fabisch, Palm und Schwarz, an den Magistrat der Stadt Tangermünde der Antrag gestellt, auf dem bereits 1867 gepachteten Gelände in den Tannen unter Benutzung des Bereits erbauten, eine Schießhalle zu errichten.

Im März 1922 wurde der Schützengilde durch den Magistrat, das Gelände erneut über eine Pachtzeit von 99 Jahren und einem Pachtzins von jährlich 100 Reichsmark zur Verfügung gestellt. Da die Länge des Schießstandes auf dem städtischen Terrain nicht ausreichte, wurde zur Verlängerung des damaligen Vogelschießstandes von den kirchlichen Behörden die zum Bau benötigte Freigabe des Kirchenforstes erbeten. Entsprechend dem Auszug aus dem Protokollbuch vom 19. Juli 1922 hat der hiesige Kirchenrat einen Längsstreifen von 80 x 20 m zur Anlage dieses Schießstandes der Gilde überlassen.

Infolge der damaligen schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse wurde der Schießstandausbau bis 1924 zurückgestellt. Im April 1924 wurden die Baupläne für die zu errichtende Scheibenstandanlage von der ehemaligen Deutschen Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen e.V. Berlin Hallensee geprüft und für sicher befunden. Die Vorstandsmitglieder Rudolph, Palm, Fabisch und Schwarz beantragten im gleichen Monat die Baugenehmigung beim Magistrat der Stadt Tangermünde, die im September 1924 dann erteilet wurde.

Am 20. Mai 1925 erfolgte die Abnahme des Schießstandes durch die Deutsche Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen e.V. Berlin Hallensee mit der Forderung, eine Absperrung des dahinterliegenden Geländes auf etwa 3 km bei der Durchführung des Vogelschießens vorzunehmen.

Die Einweihung der neuen, bis heute erhaltenen Schießanlage auf dem Schützenplatz, erfolgte am 25. Juni 1925. Die Anlage entsprach dem damaligen neusten technischen Stand. Auf einer 50 m Schießanlage für Kleinkalibergewehre, einer 175 m Schießanlage für Großkaliber und auf einem Schießstand für bewegliche Ziele zum Übungsschießen der Jäger konnten die Schützen vieler Gastvereine im sportlichen Wettstreit ihre Treffsicherheit beweisen. Auch Vorrichtungen für das traditionelle Vogelschießen waren vorhanden. Mit einem Festumzug durch die Stadt zum Schützenplatz in den Tannen, an dem zahlreiche Schützenvereine und die Tangermünder Handwerkerinnung teilnahmen, wurde das 1. Schützenfest nach dem 1. Weltkrieg eröffnet.

In der darauffolgenden Jahren fanden jeweils 8 Tage nach Pfingsten das jährliche Königsschießen und Mitte Juli das jährliche Vogelschießen statt.

Im September 1936 beantragte die Schützengilde Tangermünde von 1702 e.V. durch den Gildeführer Thiemann den Anbau eines Schankraumes an die Schützenhalle. Hierzu erteile das damalige Stadtbauamt von Tangermünde im gleichen Monat die Genehmigung.

Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Der Landrat des damaligen Landkreises Stendal hat, aufgrund des § 25 des Reichsleistungsgesetzes vom 1. September 1939, den Schießstand der Schützengilde Tangermünde, mit Wirkung vom 1. Juli 1941, für die deutsche Wehrmacht beschlagnahmt. Die Verwaltung des Schießstandes erfolgte durch den Kommandeur der Fallschirmjägerergänzungseinheiten, die in Tangermünde stationiert waren. Somit kam jegliche Vereinsarbeit zu erliegen.

Am Ende des 2. Weltkrieges 1945 wurde die Vereinstätigkeit durch die sowjetische Besatzung insgesamt verboten.

Sämtliche Relikte der Schützengilde wurden entweder von den Schützengildemitgliedern vor den Kriegsunbilden und den darauffolgenden Besatzungsmächten versteckt oder wurden vernichtet. Das sicherlich für die heutige Schützengilde wertvollste Relikt, die Chronik von 1702 bis 1902, wurde durch einen Zufall 1949 gerettet. Bei Reparaturarbeiten entdeckte das frühere Gildemitglied, später Handwerksmeister und heutiges Ehrenmitglied Max Querfurth (jun.), die Chronik im Heizungskeller des Tangermünder Stadthauses. Die Chronik sollte, wie viele andere Akten vernichtet werden. Unter Handwerkszeug versteckt, wurde die Chronik und das Kassenbuch der damaligen Schützengilde aus dem Stadthaus geschmuggelt. Sein Vater, der damalige Handwerksmeister Max Querfurth (sen.), hatte bereits den aus Messing gefertigten preußischen Adler, der den ehemaligen Schellenbaum der Gilde zierte, sicher verwahrt.

Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990

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(1991)
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(1996)
(1997)
(1998)

Nach 45 Jahren sozialistischer Herrschaft, kam es 1990 zur Wiedervereinigung, der seit dem 2. Weltkrieg getrennten beiden deutschen Staaten. Jetzt konnte die, in der Bürgerschaft von Tangermünde, unvergessene Schützengilde neu gegründet werden. Am 26. September 1990 fand die Neugründung durch folgende Gründungsmitglieder statt:


Dietrich Gehlhar
Jens Pütsch
Fritz Riebau
Max Querfuth
Jürgen Querfurth
Burghard Wienecke
Bernd Schied
Dietmar Isensee
Thomas Giersberg
Wolfgang Kalkofen

Unter den Gründungsmitgliedern befanden sich auch Schützenkameraden der 1945 verbotenen Gilde bzw. deren Nachkommen. An diesem Tag erfolgte die Eintragung der Tangermünder Schützengilde e.V. ins Vereinsregister des Kreisgerichtes Stendal unter der lfd. Nr. 188. Am 2. Wochenende im September 1990 fand nach 1989 das 2. Tangermünder Burgfest statt. Anlässlich dieser Festtage organisierte der 2. Vorsitzende Thomas Giersberg erste Kontakte zu der künftigen Panterstadt Minden. Unter Vorsitz des Schützenbruders Dietrich Gehlhar wurden Beziehungen zu den Partnervereinen

Schützengilde Stiftsallee – Feldmark e.V. aus Minden und dem Schützenverein Hollern- Twielenfleth e.V. bei Stade aufgebaut.

Sie halfen der neugegründeten Schützengilde über anfängliche Sorgen hinweg und gaben ihr beim Wiedereinstieg in das Schützenleben wertvolle Hinweise.

Zum Ehrenvorsitzenden wurde traditionsgemäß der Bürgermeister Dr. Rudolph Opitz ernannt. Im Dezember 1990 fand das 1. offizielle Auftreten der Schützengilde statt. Ende 1990 zählte die Gilde bereits wieder 23 eingetragene Mitglieder.

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1991

Im Januar 1991 erhielt die Schützengilde als 1. Domizil das historische Neustädter Tor. Es wurde zur Begegnungsstätte der Gildemitglieder untereinander, aber auch mit den Familienangehörigen. Im März 1991 wurde zum 1. Mal in der über 280-jährigen Geschichte der Schützengilde Tangermünde, eine Frau als Mitglied aufgenommen. Im gleichen Monat wurde der Gilde die bisher nur über historische Fotographien ihre Vergangenheit aufzeigen konnte, das 1. wirkliche wertvolle Relikt zurück überreicht. Das Gildemitglied der früheren Schützengilde Tangermünde – Paul Dölle – übergab dem 1. Vorsitzenden Dietrich Gehlhar feierlich, die sich bis zu diesem Zeitpunkt in seinem Besitz befindliche Königskette des Vogelkönigs. Dieses Zeugnis der alten Schützengilde wird in Zukunft, wie heute, stets in Ehren gehalten. In neuen Uniformen präsentierten sich die Gildemitglieder und Mitglieder der befreundeten Vereine aus Minden und Hollern- Twielenfleth beim 3. Burgfest im September 1991, als Begleiter des Tangermünder Kaiserpaares. Der Einzug Kaiser Karl IV., der sich alljährlich zum traditionellen Burgfest wiederholt, stellt eine Repräsentationspflicht der Gilde dar, der sie gerne nach kommt. Seit seiner Neugründung im September 1990 war die Gilde bemüht, den alten Schießstand auf dem Schützenplatz in den Tannen zur weiteren Nutzung übertragen zu bekommen. Im September 1991 wurde endgültig vom Rat der Stadt Tangermünde diesem Ansinnen zugestimmt. Der Zustand des Schießstandes war sehr schlecht. Die früheren Außenwände waren zum Teil abgetragen und mussten durch Erdwälle ersetzt werden. Die Blenden mussten ausgebessert und mit Holz verkleidet werden. Das Schützenhaus selbst wurde während bzw. nach dem Krieg zerstört und bis auf die Fundamente abgerissen. Die Wiedererrichtung des Schützendomizils wurde ein Ziel der Schützengilde, dessen Realisierung sicherlich noch einige Jahre dauern wird. Für den hintern Teil des Schießstandes, welches sich auf dem Kirchenforst befindet, wurde am 1. November 1991 ein neuer Pachtvertrag mit der Evangelischen Kirchengemeinde Tangermünde abgeschlossen. Der vordere, frühere städtische Teil, oblag der Verwaltung der Treuhand.

Ende 1991 hatte die Schützengilde 40 Mitglieder darunter 3 Frauen.

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1992

Im Jahre 1992 wurde vorwiegend die Wiedererrichtung des Schießplatzes durch die Gildemitglieder in Angriff genommen. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden und den Verkauf von Schützengilde – Bausteinen, eine Art Aktie. Im Mai 1992 erhielt die Schützengilde ein weiteres Relikt – den Tambourmajorstab – der alten Schützengilde zu treuen Händen. Frau Bredthauer, geb. Lochau, aus Tangermünde übergab den Stab der Gilde. Ihr Vater, Gildemitglied Lochau, war der letzte Tambourmajor der 1945 verbotenen Schützengilde. Ihre Familie hatte diese Relikt jahrzehntelang von der Zerstörung für die Nachwelt aufbewahrt. Am 26. September fand das 1. Königsschießen der Neuzeit statt. Zum 1. Mal in der Geschichte der Schützengilde Tangermünde wurde, neben dem Schützenkönig, auch eine Schützenkönigin gleichberechtigt ausgeschossen. Da der Schießstand noch nicht fertig gestellt werden konnte, musste der Wettkampf mit einer Luftdruckwaffe – lang – unter folgenden Bedingungen durchgeführt werden: 10 m, stehend, frei, 3 Schuss Probe; 5 Schuss Wertung. Schützenkönig 1992 wurde Wolfgang Kalkofen. Schützenkönigin 1992 wurde Regine Schönberg, geb. Querfurth. Die Kronprinzenwürde erlang Otto Scherer. Um die Vereinsarbeit der Schützengilde bei der Bevölkerung populär zumachen, fand am gleichen Tag das 1. Volkspreisschießen statt. Das Königsschießen bildete den Auftakt zur 290-Jahrfeier der Schützengilde Tangermünde, deren Höhepunkt das eigentliche Schützenfest vom 2. – 4. Oktober 1992 wurde. Am 2. Oktober erfolgte die Proklamation des Königspaares. Der König erhielt zum Zeichen seiner Königswürde eine neue Königskette überreicht. Weiterhin wurde die Tradition der Anbringung der Königsscheibe am jeweiligen Wohnhaus des Königspaares eingeführt. Um die finanziellen Verpflichtungen des Königspaares zu mildern, wurde beschlossen, dem jeweilige Königspaar eine Vereinszuwendung in Höhe von 500,- DM zukommen zulassen. Der Tangermünder Bürger Kurt Solaß nahm die Proklamation zum Anlass, den Vogelkönigsorden von 1939, den sein Vater errungen hatte, der Schützengilde zu überreichen.

Am 3. Oktober 1992 erfolgte der 1. Tangermünder Schützenaufmarsch seit dem 2. Weltkrieg. Daran beteiligten sich auch befreundete Schützenvereine aus dem Landkreis Stendal und Schützenbrüder und -schwestern der Partnervereine Hollern- Twielenfleth und Stiftsallee Feldmark Minden. Höhepunkt war anschließend die feierliche Weihe der neuen Vereinsfahne durch den derzeitigen Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Münch. Da eine Vereinsfahne der früheren Schützengilde Tangermünde von 1702 e.V. nicht wieder in Besitz der heutigen Schützengilde gelangte, musste eine neue Fahne nach historischen Vorlagen gefertigt werden. Die Fahne wurde aus Seidenstoff gefertigt. Auf der einen Seite trägt sie das Emblem mit gekreuzten Gewehren auf einer Schießscheibe, Lorbeerkranz und Adler mit der Inschrift "Schützengilde Tangermünde von 1702 e.V." auf grünem Hintergrund. Die andere Seite ist weiß und trägt das Tangermünder Stadtwappen, den roten Adler mit Rosetten, und die Aufschrift "Altes erhalte, Neues gestalte". Umrandet wird die Fahne von goldenen Fransen. Als Fahnenspitze wurde der alte Messingadler des ehemaligen Schellenbaumes der Schützengilde aufgesetzt. Das Ehrenmitglied Max Querfurth übergab das wertvolle Relikt, welches sein Vater Max Querfurth sen., und er über die letzten 50 Jahre gerettet hatten. Der Adler sollte stellvertretend für die nicht mehr auffindbaren Relikte der bis 1941 aktiven Schützengilde Tangermünde und der treue Wegbegleiter der heutigen Schützengilde sein.

Gemäß der Vereinssatzung wurde im Oktober 1992 ein Ehrenrat durch die Gildemitglieder gewählt. Er hat die Aufgabe, Streitigkeiten zu schlichten und Auszeichnungen sowie Ehrungen vorzunehmen. Folgende unbescholtenen Schützengildemitglieder gehörten ihm an: Der jeweilige 1. Vorsitzende, Max Querfurth, Fritz Riebau, Kurt Solaß, Reinhold Schaewel, Jürgen Dittberner, Klaus Hoffmann, Frank Locklair, Norbert Wojcik, Rolf Meyer.

Am 30. November 1992 wurde die Schützengilde Mitglied des Landesschützenverbandes des Landes Sachsen-Anhalt.

Auf der Jahreshauptversammlung am 15. Dezember 1992 trat der 1. Vorsitzende Dietrich Gehlhar aus privaten Gründen zurück. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Thomas Giersberg gewählt.

Zum Ende des Jahres 1992 hatte die Schützengilde 64 Mitglieder, davon 6 Frauen.

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1993

Am 13. Februar 1993 fand der 1. Königsball statt. Dem Ehrenmitglied Max Querfurth wurde die Dienstgradbezeichnung – Ehrenmajor – zu erkannt. Er selbst nahm diese Feierlichkeit zum Anlass, der heutigen Schützengilde die vom damaligen Ehrenmitglied Pastor W. Zahn anlässlich der 200-Jahrfeier im Jahre 1902 gewidmeten "Geschichte der unter S. M. dem König von Preußen Friedrich I. 1702 erneuerten Schützengilde zu Tangermünde" (Chronik Teil I) zurück zugeben. Gleichzeitig übergab er das ehemalige Kassenbuch. Beides sind wertvolle Zeugnisse der nun mehr 290-jährigen Geschichte der Schützengilde Tangermünde von 1702 e.V..

Am Himmelsfahrtstag im Mai 1993 wurde das 2. Königsschießen durchgeführt. Der Schießstand war wieder soweit hergerichtet, dass mit einer Ausnahmegenehmigung mit Kleinkaliber – Langwaffe geschossen werden konnte. Es galten folgende Bedingungen: 50 m, stehend aufgelegt, 3 Schuss Probe, 3 Schuss Wertung. Schützenkönig 1993 wurde Raimund Schönberg, Schützenkönigin 1993 wurde Ursula Hoffmann. Am 20. Mai 1993 erfolgte die Umschreibung des Vereinsnamens in "Schützengilde Tangermünde von 1702 e.V." beim Amtsgericht Stendal. Am Pfingstsonntag 1993 erfolgte das 2. Volkspreisschießen. Die Beteiligung hatte sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Dieser Umstand konnte als zunehmende Wertschätzung der Schützengilde in der Stadt Tangermünde bewertet werden. Das 2. Schützenfest wurde vom 11. – 13. Juni 1993 gefeiert. Da es zur Tradition wurde, dass sich die Schützenvereine der näheren Umgebung bei den jeweiligen Schützenfesten am Ummarsch beteiligen, war auch dieses Mal der Zug der Schützen von ansehnlicher Länge. Über 150 Schützen, darunter auch Mitglieder der Partnervereine, zogen durch die Straßen von Tangermünde zum Festzelt an die Elbe, um der Proklamation der neuen Würdenträger beizuwohnen. Es wurde zur Tradition, dass jedes Königspaar der Gilde materielle Zuwendung zukommen lässt. Das Königspaar 1993 hat für die Königin als Zeichen der Gleichberechtigung eine Königskette und gelbe, aus Tuch gefertigte, Schärpen mit Königskrone für jeden der beiden Würdenträger gestiftet. Somit wurden die äußeren Zeichen der Königswürde vervollständigt, nachdem bereits die Königskette des Königs von der Schützengilde Tangermünde und die Krone für die Königin vom Königspaar 1992 gestiftet waren. Sämtliche Ehrenzeichen werden bei der Proklamation der neuen Würdenträger überreicht und sind von diesen, während des ganzen Jahres zur Uniform zu tragen.

Die Tangermünder Schützengilde war im Juni 1993 Mitbegründer der Kreisschützengesellschaft Stendal, mit wesentlicher Beteiligung des 1. Vorsitzenden Thomas Giersberg, der zum 1. Vizepräsidenten gewählt wurde.

Im November 1993 wurden zum 1. Mal 2 Wanderpokale gestiftet. Das Ausschießen der Pokale erfolgte zum Jahresende als Abschluss des Schützenjahres. Der Sieger im Einzelwettkampf erhielt den Wojcik- Pokal, gestiftet vom Gildemitglied Norbert Wojcik. Der Familien- Pokal wurde von den Gildemitgliedern Monika und Thomas Giersberg gestiftet und ist für die beste Gildefamilie.

Preisträger 1993:

Wojcik-Pokal, Klaus Hoffmann

Familien- Pokal, Klaus und Ursula Hoffmann

Auf der Jahreshauptversammlung im Dezember 1993 wurde der 1. Vorsitzende Thomas Giesberg wiedergewählt. Der Schützenplatz der Schützengilde wurde im Laufe des Jahres 1993 soweit wieder hergerichtet, dass nur noch der eigentliche Schießstand errichtet werden brauchte. Dieses Vorhaben scheiterte an den ungeklärten Eigentumsfragen des städtischen Teils, da von der Treuhandanstalt Berlin die Rückübertragung an die Stadt noch nicht erfolgt war. Bis dahin konnte nur mittels Provisorien und Ausnahmegenehmigungen auf dem Platz mit Kleinkaliber geschossen werden, wodurch kein ordentliches Schießtraining gewährleistet war. Im Dezember 1993 wurde eine Dienstgradordnung der Mitglieder nach brandenburg- preußische, Reglement beschlossen und die entsprechenden Dienstgrade den Gildemitgliedern zugeordnet.

Am Ende 1993 hatte die Schützengilde Tangermünde von 172 e.V. 64 eingeschriebene Mitglieder, davon 13 Ehefrauen.

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1994

Das Schützenjahr 1994 wurde am 4. Februar durch einen Frühjahresempfang eröffnet. Hierzu hatte die Schützengilde neben den Bürgermeister der Stadt Tangermünde, Dr. Rudolph Opitz, der gleichzeitig Ehrenvorsitzender der Gilde ist, auch alle Sponsoren des Schützenfestes 1993 in den historischen Rathausfestsaal eingeladen. Hierzu kamen die Vereinsvorsitzenden der benachbarten Schützenvereine. Am 11. Februar fand der 2. Königsball statt. Anlässlich dieses 1. Höhepunktes des laufenden Schützenjahres waren wieder zahlreiche Gäste der befreundeten Vereine Hollern- Twielenfleth und Minden angereist.

Traditionsgemäß fand am 12. Mai – Himmelfahrt – das Königsschießen statt. Für dass Königsschießen galten folgende Bedingungen: KK-lang; 50 m stehend aufgelegt; 1 Schuss Probe; 3 Schuss Wertung. Zugleich wurden die Vereinsmeisterschaften ausgeschossen; hierfür galten folgende Bedingungen KK-lang; 50 m stehend aufgelegt; 2 Schuss Probe; 3 Schuss Wertung; 3 Durchgänge. Schützenkönig 1994 wurde Thomas Giersberg, Schützenkönigin 1994 wurde Monika Giersberg geb. Becker. Somit erhielt zum ersten Mal ein Ehepaar gemeinsam die Königswürde. Jungschützenkönig 1994 wurde wie in den Jahren 1992 und 1993 André Locklair. Die Proklamation fand auf dem Schützenfest im Juni statt. Zu Pfingsten erfolgte das 3. Volkspreisschießen mit großer Resonanz durch die Bevölkerung. Wertvolle Preis im Gesamtwert von über 1.500,- DM wurden von den Tangermünder Geschäftsleuten gespendet. Fast 30 Preise konnten an die Volkspreisschützen vergeben werden. Unter den Preisträgern befanden sich auch Besucher aus Frankfurt/Oder und Hannover. Aber auch aus den umliegenden Ortschaften mussten die Preisträger zur Preisverleihung, welche zum Schützenfest vom 3. – 5. Juni 1994 stattfand, anreisen. An diesem Schützenfest beteiligten sich auch wieder zahlreiche Gastvereine. Die Schützenkönigin 1993 – Ursula Hoffmann – nahm dieses Fest zum Anlass, am Ende ihrer Amtsperiode der Schützengilde einen weiteren Wanderpokal – den Königspokal – zu stiften. Dieser Pokal wird nur unter den Schützenkönigen und -königinnen ausgeschossen. Im Jahre seiner Stiftung konnte die 1. Schützenkönigin der Schützengilde Tangermünde von 1702 e.V. –Regine Schönberg – mit 29 von 30 möglichen Ringen, den Königspokal erringen.

Zum Burgfest, welches am 2. Septemberwochenende stattfand, hat die Schützengilde traditionell das Kaiserpaar bei ihrem Ein- und Auszug aus der "ehemaligen Kaiserstadt" begleitet. Zum ersten Mal nahmen auch Schützenbrüder und Schützenschwestern aus Tangerhütte an diesem Umzug teil. Die Straßen der Stadt können dabei die großen Menschenmassen kaum fassen. 10.000 Besucher strömten aus allen Himmelsrichtungen zu diesem großangelegten Stadtfest herbei.

Auf der Mitgliederversammlung im September 1994 konnte den Mitgliedern der heutigen Schützengilde ein weiteres Relikt ihrer ehemaligen Vereinskameraden gezeigt werden. Es handelt sich um die Fahne der Jungschützen aus dem Jahre 1932.

Die Fahne trägt folgende Inschriften:

  1. Seite: Farbe grün "Jungschützen der Schützengilde 1925/1932 Tangermünde" in goldener Schrift; gekreuzte Gewehre, Schützenscheibe, brauner Adler, in den 4 Ecken braune Eichenblätter.
  2. Seite: Farbe gelb (oder vergilbtes weiß) "Die Treue ist das Mark der Ehre" in goldener Schrift; Tangermünder Adler mit Krone und Rosetten; Schießscheibe mit blauem Band mit der Aufschrift: "Gut Ziel", in den 4 Ecken grüne Eichenblätter. Die Fahne ist mit goldenen Fransen umsäumt.
    Bei der Fahne handelt es sich um eine Leihgabe des Tangermünder Museums. Wie und wann sie in den Besitz des Museums übergegangen ist, konnte leider noch nicht nachvollzogen werden.

Im Oktober 1994 fand das 2. Pokalschießen statt. Preisträger 1994: Wojcik –Pokal- Julius Rödling, Familien –Pokal- Jürgen und Gabriele Querfurth

Die Rückgabe des Schützenplatzes an die Schützengilde konnte wegen ausbleibender Rückübertragung durch die Treuhandanstalt – Berlin im Jahre 1994 noch nicht erfolgen. Somit musste wieder mittels Provisorien dieses Schützenjahr überbrückt werden.

Am Ende 1994 hatte die Schützengilde 65 eingeschriebene Mitglieder, davon 15 Ehefrauen.

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1995

Das Schützenjahr 1995 wurde mit dem Königsball im Februar eröffnet. Der Frühjahresempfang am 10. März galt wie in den Jahren davor den zahlreichen Sponsoren der Gilde. Auf diese Weise Ihnen Dank zu sagen, hat sich bewährt und wird von den Tangermündern gerne angenommen. Zur Überbrückung der kalten Jahreszeit wurde in einer Schulsporthalle ein 14-tägiges provisorisches Luftgewehrschießtraining organisiert. Dieses Training stand nicht nur den Gildemitgliedern, sondern auch der übrigen Bevölkerung offen. Die Modalitäten des Königsschießen wurden auf Beschluss einer Mitgliederversammlung ab dem Jahre 1995 geändert. Beim traditionellen Königsschießen zu Himmelfahrt wird nur noch der König oder die Königin ermittelt. Er bzw. Sie wählt sich danach seine Partnerin bzw. seinen Partner. Die Majestäten werden dann wie folgt genannt:

"König mit Gemahlin" bzw. "Königin mit Gemahl".

Die Majestäten tragen alle Königsinsiquien, der/ die Partner/in die Königsschärpe bzw. Schärpe mit Haarkrone. Schützenkönigin 1995 wurde Gabriele Querfurth geb. Severin. Zu ihrem Gemahl wählte sie ihren Ehemann Jürgen Querfurth. Jungschützenkönig 1995 wurde André Querfurth. Die Proklamation fand wieder zum Schützenfest statt. Pfingsten 1995 erfolgte das 4. Volkspreisschießen. Wie im Jahr davor warteten Preise im Wert von über 1.500,- DM auf die besten Volkspreisträger, deren Verleihung ebenfalls zum Schützenfest im Juni stattfand. Das 3. Pokalschießen erfolgte wieder im Herbst. Preisträger: Wojcik – Pokal:........, Familien – Pokal: Siegfried und Jutta Bothe, Königspokal: Regine Schönberg, Pistolenpokal:........

Obwohl die Eigentumsfrage des Schützenplatzes weiterhin ungeklärt blieb, konnte der Schießstand vom Landkreis schießtechnisch abgenommen werden. Die Schützengilde erhielt die Zulassung für KK 50 m Langwaffe Kalibier 22fbB. Parallel zur Abnahme des Schießplatzes hat die Stadtverwaltung der Gilde die oberen Räume im sogenannten "Waldschlösschen" als Vereinsdomizil angeboten und später verpachtet. Diese Räumlichkeiten oberhalb der Kegelbahn boten die Möglichkeit der Einrichtung eines Luftgewehrschießstandes, eines Vereinsraumes, einer Küche und 2 separater Abstellräume. Mit den ersten Entrümpelungsarbeiten wurde noch Ende 1995 begonnen. Auf der Jahreshauptversammlung wurde turnungsgemäß eine Vorstandswahl durchgeführt. Der 1. Vorsitzende, Thomas Giesberg, wurde in seinem Amt bestätigt. Zum 2. Vorsitzenden wurde Klaus Köppen gewählt.

Am Ende des Jahres 1995 hatte die Schützengilde 66 Mitglieder, davon 14 Frauen.

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1996

Das Schützenjahr wurde wieder mit dem Königsball im Februar und dem Sponsorenempfang im März eröffnet. Der Luftgewehrschießstand wurde über das Winterhalbjahr zurechtgemacht. Die einzubauende Raumheizung wurde von der Stadt für den gesamten Sportkomplex errichtet. Mit 4 elektrischen Scheibenzuganlagen verfügt die Schützengilde nun über einen modernen Luftgewehrschießstand. Dieser wurde auch zum traditionellen Volkspreisschießen zu Pfingsten gut angenommen.

Zu Himmelfahrt wurde wieder die Königswürde ausgeschossen. König 1996 wurde Jürgen Querfurth, zu seiner Gemahlin wählte er seine Frau Gabriele. Jungschützenkönig 1996 wurde. . .

Das Schützenfest 1996 sollte erstmalig integriert in einem Fest aller Tangermünder Vereine stattfinden. In der Vorbereitungsphase hatten sich ca. 7 Vereine zusammengefunden. Das gemeinsame Volksfest sollte "Altstadtfest" genannt werden und vom Stadtzentrum bis zum Hafengelände durchgeführt werden. Aus Kostengründen bzw. Kostenängsten zogen sich aber die Vereine nach und nach vom gemeinsam geplanten Fest zurück. Übrig blieb dann ein Schützenfest am Hafen und ein Spargelfest des Hanseringes im Stadtzentrum. Für die Schützengilde eine Erfahrung mehr. Gemeinsame Vereinsfeste in dieser Größenordnung sind in Tangermünde vorläufig nicht möglich.

Die Pokalwettkämpfe erfolgten im September und Oktober 1996: Preisträger: Wojcik –Pokal Norbert Wojcik, Familien- Pokal Doris und Klaus Köppen, Königspokal Regine Schönberg, Pistolenpokal.....

Der Ausbau des Luftgewehrschießstandes konnte zum Jahresende bis auf einige Restarbeiten abgeschlossen werden. Mit einem Gesamtaufwand von ca. 8.000,- DM an Materialkosten und ca. 6.000,- DM an Eigenleistungen schufen sich die Mitglieder ein ansprechendes Domizil. Besonders hervorzuheben ist hier der Schützenbruder Jürgen Querfurth unter vielen anderen. Im Dezember konnten die Mitglieder ihre Weihnachtsfeier in den sogenannten "eigenen Wänden" durchführen. Zur Finanzierung des Ausbaus der Vereinsräumlichkeiten wurde eine Umlage von 100,- DM je Erwachsenen Mitglied beschlossen. Die schießtechnische Abnahme des Luftgewehrschießstandes erfolgte ebenfalls noch zum Jahresende.

Am Ende des Schützenjahres 1996 hatte die Schützengilde 65 Mitglieder, davon 14 Ehefrauen und 6 Kinder und Jugendliche.

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1997

Das Schützenjahr 1997 wurde erstmalig mit einem Pokalwettkampf eingeleitet. Dieser Pokal wurde zum traditionellen "Eispokal" erhoben und ist am 6. Januar auszuschießen. Modalitäten hier analog Wojcik – Pokal. Gestiftet wurde dieser Pokal von Thomas Giersberg. Preisträger 1997: Holger Klejdzinski.

Am 9. Januar diesen Jahres erfolgte der 1. Höhepunkt der Gilde in der Öffentlichkeitsarbeit. Der Luftgewehrschießstand wurde offiziell eröffnet. Der Königsball Anfang Februar fand erstmalig im "Schwarzen Adler" statt. Ein Haus, dass doch der Schützengilde Tangermünde von 1702 e.V. würdig ist, als die davor genutzten gastronomischen Räume. Am 21. Februar wurde dann der neueingerichtete Luftgewehrschießstand an einem "Tag der offenen Tür" der Bevölkerung gezeigt. Der Frühjahresempfang der Schützengilde als Dank an die zahlreichen Sponsoren fand wieder im März statt. Zu Himmelfahrt erfolgte dann das traditionelle Königsschießen der Gilde. König 1997 wurde Eberhard Müller. Zu seiner Gemahlin wählte er seine Ehefrau, erstmals kein Gildemitglied. Jungschützenkönigin 1997 wurde Christin Querfurth, Kinderschützenkönigin 1997 wurde Katrin Rhodmann. Die Proklamation erfolgte traditionell auf dem Schützenfest. Dieses Jahr stand das Schützenfest ganz im Zeichen des 295-jährigen Bestehens der Schützengilde. Aus diesem Anlass und aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Schützenfeste wurde erstmalig seit der Neugründung das Schützenfest 1997 auf dem Schützenplatz durchgeführt. Schausteller, wie alle andren Jahre auch, umrahmten das Festprogramm. Das Preisschießen wurde direkt zum Schützenfest ausgetragen. Der Erfolg stand ganz auf der Seite der Gilde. Die Bevölkerung hat erstmalig seit 1990 das Schützenfest rundherum sehr gut angenommen. Unter dem Motto "Traditionsfest am Traditionsort" werden die Schützenfeste künftig wieder auf dem Schützenplatz durchgeführt werden.

Aufgrund der guten Trainingsmöglichkeiten in der Disziplin Luftgewehr konnte die Jugendarbeit stark intensiviert werden. Mit der Stellung der 1. Tangermünder Jugendmannschaft errang die Gilde einen beachtlichen 3. Platz (von 7) bei den Kreisliga – Jugend – Rundenwettkämpfen.

Auf der Jahreshauptversammlung im November stand erstmalig der langjährige 1. Vorsitzende Thomas Giesberg nicht mehr zur Vorstandswahl als Kandidat zur Verfügung. Neuer 1. Vorsitzender wurde Klaus Köppen, 2. Vorsitzender Jürgen Querfurth. Erstmalig wurde neben dem Volkspreisschießen im Sommer ein Bürgerweihnachtsschießen um den Weihnachtsbraten für die Bevölkerung organisiert. Disziplin KK – lang – 50 m – aufgelegt. Auch dieses Schießen fand guten Anklang. Zum Jahresende waren die Eigentumsverhältnisse des Schützenplatzes noch immer nicht geklärt.

Die Schützengilde hatte zum Ende 1997 insgesamt 65 Mitglieder, davon 11 Frauen und 10 Kinder und Jugendliche.

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E-Mail:Klaus
E-Mail:Doreen